Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Kreisverband Kulmbach

Für Bayern, für die Energiewende und für den ländlichen Raum

Biogas erhalten und klug nutzen

18.07.24 –

Landwirtinnen und Landwirte gehören zu den Pionieren der Energiewende in Deutschland.

Viele haben zu Beginn zu Beginn der 2000er Jahre in Biogasanlagen investiert. Häufig speisen

Biogasanlagen Nahwärmenetze, die eine Möglichkeit der klimafreundlichen

Wärmeversorgung darstellen.

In den nächsten Jahren fällt ein Großteil der Biogasanlagen aus der 20-jährigen EEG-

Förderung. Zwar gibt es eine 10-jährige Anschlussförderung für Biogasanlagen, deren

Umfang reicht allerdings nur für einen Bruchteil der ausgeförderten Anlagen und die

Fördersätze ermöglichen aufgrund der Inflation der vergangenen Jahre keinen wirtschaftlichen

Weiterbetrieb der Anlagen. Deshalb braucht es bald eine Entscheidung, auf welche Förderung

Biogasanlagenbetreiber setzen können, wenn sie ihre Anlage modernisieren wollen.

Die Energiewende geht voran – die Anforderungen an Biogas ändern

sich

In den letzten Jahren hat sich energiewirtschaftlich vieles getan, so dass Biogas heute eine

andere Rolle einnimmt als noch zu Beginn des Jahrtausends. Während zu Anfang der

Energiewende die Grundlastfähigkeit der Stromgewinnung aus Biogas noch als Vorteil

gesehen wurde, haben sich die Systemanforderungen durch den starken Anstieg der Anteile

von Wind- und Sonnenstrom im deutschen Netz verändert: Die dauerhafte Einspeisung von

vergleichsweise teurem Strom aus Biogas auch dann, wenn die Nachfrage schon vollständig

durch Wind- oder Sonnenstrom gedeckt werden kann, ist nicht sinnvoll. Bisher nutzt auch nur

ein Drittel aller Anlagen die im Prozess ohnehin entstehende Wärme extern (etwa zum Betrieb

von Wärmenetzen), sodass ein Großteil davon ungenutzt verloren geht.

Der anfänglichen Kritik an einer Förderung monotoner Anbaufolgen („Vermaisung der

Landschaft“) wurde zwischenzeitlich durch verschiedene Maßnahmen begegnet, auch wenn

in manchen Regionen die Anbauvielfalt durchaus noch verbessert werden kann. Die

Anbaubiomasse hat sich verändert. Klar ist aber auch, dass die Flächenkonkurrenzen größer

werden und hinzukommt, dass sich inzwischen auf der gleichen Fläche deutlich mehr Strom

und zu geringeren Kosten durch Freiflächen-PV als aus Anbaubiomasse erzeugen lässt.

Hierauf muss man reagieren.Biogas in die Zukunft führen

Die gute Nachricht: Biogas kann in Zukunft eine wichtige, systemdienliche Funktion bei der

Energiewende übernehmen. Anders als bei Wind und Sonne kann die Stromerzeugung aus

Biogas nämlich leicht gesteuert werden.

Die Biogasanlage der Zukunft

- speist Strom flexibel nur dann ins Netz ein, wenn Wind und Sonne nicht ausreichend

Strom liefern, und ersetzt auf diese Weise die Stromerzeugung aus Erdgas,

- speist auch die entstehende Wärme mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in

Nahwärmenetze ein und leistet damit einen Beitrag zur Wärmewende,

- weist damit hohe energetische Effizienzen von über 80% auf und

- setzt vielfältige Substrate ein, immer mehr auch aus Abfall- und Reststoffen statt aus

Anbaubiomasse.

Mit solchen flexibel geführten modernen Biogasanlagen können wir energiewirtschaftlich mehr

erreichen, ohne dafür mehr Anbaubiomasse als bisher zu benötigen:

- Mehr Systemstabilität

- Mehr Unabhängigkeit von Erdgasimporten

- Mehr bezahlbare und sichere Erneuerbare Wärme für Bürgerinnen und Bürger und

öffentliche Einrichtungen im Ort.

- Sichere Wertschöpfung im ländlichen Raum

Der Weg in die Zukunft

Damit wir Biogas in Zukunft so klug einsetzen können, sind Investitionen erforderlich. Von den

rund 10.000 Biogasanlagen in Deutschland sind bislang zu wenige effektiv flexibilisiert und

speisen bedarfsgerecht Strom ins Netz. Ein Teil der Anlagenbetreiber ist aber bereit, in die

notwendige Überbauung mit größeren Speichern zu investieren. Zusammen mit

Bürgergenossenschaften und Kommunen kann der Ausbau der Nahwärmeversorgung aus

Biomasse ein wichtiger weiterer Baustein für die Wärmewende auf dem Land werden.

Fast 25 Jahre nach Inkrafttreten des EEG brauchen Anlagenbetreiber, die diesen Weg gehen

wollen, eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive, auf der sie die notwendigen Investitionen

tätigen können.

Unser Ziel muss es auch sein, den Weiterbetrieb der Biogasanlagen zu sichern, die bereits

Nahwärmenetze versorgen. In Deutschland erzeugtes grünes Gas muss Vorrang haben vor

weiteren Anreizen, neue Erdgasverträge im Ausland zu schließen.

Wir brauchen eine Entscheidung für die Zukunft von Biogas.

Kurzfristig kann die Prüfung der Übertragung der nicht genutzten Mengen aus der

Biomethanausschreibung bereits 2024 Abhilfe schaffen, sowie eine Prüfung der Erhöhung von

Ausschreibungsmengen. Grundsätzlich brauchen wir eine gemeinsame Erarbeitung eines

neuen Förderregimes das auf Flexibilität setzt und diese auch wirtschaftlich möglich macht.

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